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Chronik

 

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    AIV-Studienpreis 2014

    Dienstag den 06. Mai

    AIV-Studienpreis 2014 01
    Der Architektenwettbewerb ist ein Thema, das von den Teilnehmern mit Leidenschaft gesehen und betrieben wird.Von dieser Leidenschaft profitieren das Ergebnis und damit der Bauherr. Der Auslober erhält einen gestalterisch herausragenden Entwurf im Rahmen eines kostenoptimierten Verfahrens sowie zusätzliches Renomee in Form von Öffentlichkeitswirksamkeit.
    Der Architektenwettbewerb ist eine besondere Aufgabe, der sich der Berufsstand stellt. Das ist in dieser Form in anderen Berufsgruppen nicht bekannt. Der Wettbewerb ist damit eine große gesellschaftliche und wirtschaftliche Leistung, die durch die einzelnen Büros erbracht wird. Die Teilnahme an einem Wettbewerb bedeutet für die Büros einen intensiven Arbeitsprozess. Ein Preisgeld und im Idealfall eine Beauftragung für die Bauaufgabe erhalten am Ende nur die Besten.
    Das Ziel des Wettbewerbs ist, die bestmögliche Lösung für eine Aufgabe zu finden. Damit steht der Wettbewerb für die Sicherung von Planungsqualität und ist ein wichtiges Instrument zur Umsetzung baukultureller Ziele.
    Mit der jährlichen Auslobung des AIVStudienpreises gibt der AIV den Studierenden die Gelegenheit, dieses besondere Planungsinstrument kennen zu lernen und selber daran teilzunehmen. Der AIV verfolgt damit das Ziel, die Berufsausbildung zu fördern und die Kontaktpflege zwischen Ausbildung und Praxis zu vertiefen. Die Bearbeitung der Aufgabenstellung erfolgt im Rahmen einer Semesterarbeit des Bachelor-Studiengangs Architektur der HAWK Hildesheim. Am AIV-Studienpreis 2014 nahmen 17 Studentengruppen teil und stellten ihre Arbeiten der Bewertung durch eine Jury. Die Jury zum AIV-Studienpreis 2014 tagte am 3. April im Hause der HAWK. Am Preisgericht nahmen Herr Prof. Bernd Echtermeyer und Herr Dipl.-Ing. Thomas Kauertz von der HAWK sowie Frau Dr. Maike Kozok von der Stadt Hildesheim teil. Der AIV wurde durch Herrn Dipl.-Ing. Sven Hirsch, Herrn Dipl.-Ing. Matthias Jung sowie Herrn Dipl.-Ing. Matthias Peter vertreten. Die Leitung übernahm für den AIV Frau Dipl.-Ing. Susanne von Weymarn.
    Unter dem Thema „Bauen im Bestand und weitgespannte Tragwerke“ sollte für das „Haus der Landschaft“ ein Entwurf für ein Tagungshotel erarbeitet werden. Hierzu galt es, den Altbau durch einen Neubau zu ergänzen.
    Bei der Entwurfsarbeit war zu beachten, dass es sich bei dem Standort „Am Steine“ um einen denkmalpflegerisch und archäologisch höchstsensiblen Bereich im Kontext der Hildesheimer Weltkulturerbestätten Mariendom und Michaeliskirche handelt. Das „Haus der Landschaft“ selbst ist als Einzeldenkmal geschützt. In direkter Nähe befinden sich das Roemer- und Pelizaeus-Museum, mehrere mittelalterliche Fachwerkhäuser sowie Reste der Stadtmauer. Am tiefer liegenden Mühlengraben wurde der ehemalige Waisenhausgarten durch die Robert- Bosch-Gesamtschule wiederhergestellt. Die Aufgabe erforderte eine besondere Sensibilität für die Umgebung und die stadträumliche Einbindung. Wesentliches Lernziel für die Studierenden war die Schulung der Fähigkeit, gestalterische, konstruktive und bautechnische Aspekte und Zusammenhänge zu erkennen, interdisziplinär zu koordinieren und methodisch richtig anzuwenden. Die Jury entschied sich zur Vergabe von zwei zweiten und einem ersten Preis. Der 1. Preis ging an Jennifer Daus und Fenja Oberbrodhage. Aus der Bewertung der Jury:
    Die Arbeit zeichnet sich durch eine hohe Qualität in der Ausarbeitung aus. Vielfältige Aspekte wurden in Detaildarstellungen vertiefend erarbeitet (z. B. Vorschläge zur Innenraumgestaltung). Besonders hervorzuheben sind die Einbindung des Neubaus in das Umfeld sowie der gelungene Umgang mit der historischen Umgebung. Die Arbeit stellt beispielsweise Bezüge zu einer barocken Grotte im Garten und der dahinter liegenden mittelalterlichen Stadtmauer her. Die Fassadengestaltung und die Gebäudeproportion des Neubaus werden als gelungen eingeschätzt. Die Versetzung des historischen Tores in den Eingang unterstützt die Bedeutung des Altbaus, es entsteht ein Vorhof mit angenehmen Proportionen, der einen schlüssigen Endpunkt für die Grünverbindung vom Domhof setzt. Ein zweiter Preis ging an Mark Harris und Melanie Meyer. Aus der Bewertung der
    Jury:
    Die Arbeit zeichnet sich durch eine gute inhaltliche und grafische Qualität in der Ausarbeitung aus. Die funktionalen Aspekte eines Hotelbetriebs wurden richtig und nachvollziehbar umgesetzt. Im Grundriss wurde der Abstand zur sensiblen Umgebung gewahrt. Im Aufriss ist allerdings zu wenig Rücksicht auf den historischen Bestand in der Fassadengestaltung des Neubaus genommen worden. Insbesondere das Fensterband auf der Ecke des Neubaus erscheint zu dominant. Die Aufnahme der Altbautraufhöhe sowie der Übergang zwischen Neu- und Altbau mit einer in Glas ausgebildeten Fuge ist gelungen. Die klare Aussage und Hervorhebung des Haupteingangs im Altbau überzeugt genauso wie die Vermeidung einer Rampe durch die Anordnung eines Außenaufzugs. Als weiteren zweiten Preis nominierte die Jury die Arbeit von Laura Friedrich und Klaas Kleinke. Aus der Bewertung der Jury:
    Der Neubau als städtebaulicher Riegel wird leicht zum Bestandsgebäude versetzt und fügt sich räumlich gut in die Umgebung ein. Die klare Fassadenstruktur des Neubaus weist eine ansprechende Proportion und stimmige Anordnung der Fenster auf. Der Vorschlag, die Fassade des Neubaus in Holz auszuführen, ist interessant und bietet neue Aspekte zur Fassadengestaltung an. Allerdings wird kontrovers diskutiert, ob Holz der richtige Werkstoff in dem gegebenen Kontext ist. Die Qualität des Zwischenbaus ist unbefriedigend, es entsteht ein unklar strukturierter Eingangsplatz ohne Bezugnahme zu den Gebäudeeingängen. Den Sponsoren für den Studienpreis 2014 sei an dieser Stelle noch einmal herzlich für die finanzielle Unterstützung gedankt. Insgesamt konnten auch 2014 wieder 1000,00 € Preisgeld vergeben werden, das dem AIV in freundlicher Weise von der GP Papenburg Fertigteilwerk GmbH, den Umweltdiensten Kedenburg, dem Betonmarketing Nord und der Sparkasse Hildesheim zur Verfügung gestellt wurde. Ohne diese großzügigen Zuwendungen wäre dem AIV die Auslobung des Studienpreises nicht möglich.
     

    Kontakt: Frau Susanne von Weymarn