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Chronik

 

  • Veranstaltung

    Besichtigung des Dommuseums

    Dienstag den 07. April

    Besichtigung des Dommuseums 01
    Die Feierlichkeiten zum 1200-jährigen Stadt- und Bistumsjubiläum waren begleitet von zahlreichen Veranstaltungen, die sicherlich viele Besucher nach Hildesheim gelockt haben. Ein neuer Anziehungspunkt für interessierte Touristen in Hildesheim wird sicherlich das am 17. April 2015 wiedereröffnete Dommuseum sein. Der AIV Hildesheim hatte die Möglichkeit, wenige Tage vor der ofziellen Eröffnung schon einmal einen Blick in die neu gestalteten Räumlichkeiten des Museums zu werfen. Prof. Dr. Michael Brandt, der Leiter der Einrichtung, führte die Gruppe von zahlreichen interessierten Architekten und Ingenieuren des AIV durch die neuen Räumlichkeiten. Gestartet wurde im neuen Foyer des Museums, das in der ehemaligen Domsingschule untergebracht wurde. An diesem Ort wird der Besucher nicht nur in einem hellen, durch eine große Glasfront zum Außenraum offen gestalteten Vorraum empfangen, sondern zugleich auch auf eindrückliche Weise mit der Architektursprache, die Dom und Dommuseum gestalterisch miteinander verbindet, vertraut gemacht. Die Architektursprache der Architekten und Ingenieure um Prof. Schilling herum ist unaufgeregt. Ihr sind jede spektakulären Effekte fremd. Altes soll mit Neuem verbunden werden und sich dabei gegenseitig respektieren und in seiner Wirkung ergänzen. Dabei entsteht ein ganz neuer Eindruck, der wie selbstverständlich und immer schon dagewesen daherkommt. Die Decken der Wiederaufbauzeit, mittelalterliche Ziegelwände in Kombination mit dem Beton der 50er Jahre und modernem Sichtbeton ergeben eine materialgerechte und authentische Komposition, die in ihrer gestalterischen Qualität überzeugt. Das Museum, wie es sich heute dem Besucher präsentiert, ist dabei nicht das Ergebnis einer geradlinigen Planung, wie Prof. Michael Brandt seinen aufmerksam lauschenden Besuchern erläutert. Es waren viele Um-, aber auch Irrwege sowie viel Überzeugungsarbeit notwendig, bis das entstehen konnte, was sich den Menschen heute präsentiert. Aus dem Foyer setzt sich der Weg fort in den oberen Kreuzgang, der bis vor kurzem der Öffentlichkeit noch gar nicht zugänglich war. Hier spürt der Besucher erstmalig die einmalige und besondere Atmosphäre des doppelstöckigen Kreuzganges mit Domapsis und 1.000-jährigem Rosenstock sowie der Annenkapelle und dem Annenfriedhof. Eine wirklich gelungene Hinführung auf das, was uns anschließend im Dommu- seum erwartete. Das Dommuseum betritt man über einen einfach gestalteten Eingang in der Nordwand der ehemaligen Antoniuskirche und gelangt in einen schlichten Vorraum, der die Blicke nach links in den hohen Anbau für den alten Domlettner und rechts in den großen Präsentationsraum für die Gobelins lenkt. Das Museum wurde in klassischer Manier als Abfolge fließender Räume, ohne störende Türöffnungen konzipiert. Lediglich große Portale verbinden die Ausstellungräume und bezeichnen eine gestalterische Achse, die die zwei Etagen des Museums durchziehen und deren Endpunkte in der ersten Etage durch den Lettner und das Ringelheimer Kreuz und in der zweiten Etage ebenfalls durch den Lettner und ein Kunstwerk von Gerd Winner definiert werden. Michael Brandt erläutert das Konzept der Ausstellung, bei der es unter anderem auch darum geht, den christlichen Bedeutungsgehalt und Verkündigungsauftrag insbesondere mittelalterlicher Sakralkunst durch die Kombination mit moderner Kunst den Menschen unserer Zeit zu vermitteln. Der Rundgang durch das Museum setzt sich in der unteren Etage fort und endet anschließend in der archäologischen Grabungszone, die noch einmal in Form der Fragmente der Bernwardmauer beeindruckende Zeugnisse aus der Stadt- und Bistumsgeschichte bereithielt. Die interessierten Mitglieder des AIV waren durchweg alle von dem neuen Dommuseum begeistert und beglückwünschten Michael Brandt für dieses wirklich gelungene Projekt.
     

    Kontakt: Herr Norbert Kesseler