Chronik

 

  • Veranstaltung

    Besuch in der St. Michaeliskirche

    Donnerstag den 04. Dezember

    Besuch in der St. Michaeliskirche 01
    AIV-Besuch in der St. Michaeliskirche am 04.12.2008 einschl. Präsentation des Gewinnerentwurfs vom freiraumplanerischen Wettbewerb „Gestaltung des Umfeldes von St. Michaelis“

    Die Sanierungs- und Restaurierungsarbeiten der Michaeliskirche schreiten in großen Schritten der 1000-Jahrfeier (im Jahr 2010) entgegen.

    Michaelis-Besichtigung

    Zum vierten Male führte unser AIV-Mitglied Jürgen Götz eine etwa 35 Teilnehmer zählende AIV-Gruppe durch die Michaeliskirche. Darunter waren einige Studenten des Masterstudienganges Baudenkmalpflege der HAWK Hildesheim. Anlass war, dass die Mittelachse der Kirche nach 3 ½ Jahren Bauzeit wieder sichtbar ist.

    Am 05. September 2005 begannen die notwendigen Bauarbeiten. Die Kunstwerke wurden gesichert, der Betonfußboden wurde ausgebaut und die Asbestkanäle entsorgt. Eine umfangreiche archäologische Grabung belegt die einheitliche Planung und den Aufbau von St. Michael. Dieses konnte dadurch historisch belegt werden.

    Seit dem Beginn der Sanierungs- und Restaurierungsarbeiten am 05.09.2005 hat sich St. Michael wieder dem „Bernwardinischen Bau“ in seiner Grundgestaltung von 1010 bis 1033, der ersten Gesamtkirchenweihe, genähert. Kirche und Krypta haben wieder ein durchgehendes Fußbodenniveau. Die Durchgänge zwischen der katholischen Krypta und der evangelischen Kirche sind offen, wie von Bernward geplant. Die Querhäuser sind entkernt.

    Zur Nachweisführung der Standsicherheit geschädigter Säulen und Basen wurden Insitu-Versuche mit der Hochschule in Bremen vorgenommen.

    Für das Klima der Kirche entwickelte das Büro Götz & Ilsemann einen diffusionsoffenen, kapillarinaktiven Liaporbelag. Dieses kommt besonders der Orgel und der Bilderdecke, die auf 1495 bemalten Eichenbohlen gestaltet ist, zu Gute.

    Das Beleuchtungskonzept und die Farbgebung stellen St. Michael in einem beeindruckenden Bild dar. Viele Sichtachsen in der Kirche werden völlig neu empfunden.
    Auch funktionell hat sich vieles in St. Michael positiv entwickelt. Zwei Aufzüge und ein großer Lagerraum über und im Keller der Westvierung lösen das Problem der seit Jahrhunderten fehlenden Abstellräume.

    Als besondere Attraktion gilt der aus dem 14. Jahrhundert stammende jugendliche Bernward, der im Hohen Chor wunderbar zu sehen ist. Einst als Grabplatte für Bernward geschaffen, stand sie lange in der Konchie, die nun den Durchgang im Nordwesten bietet.

    Herr Götz informierte auch über die leigabe der Bernwardsäule vom Dom. Im östlichen Querhaus wird sie einen angemessenen Standort für das Jubiläumsjahr 2010 haben.

    Verabredet wurde eine fünfte AIV-Führung in St. Michael im Sommer 2009. Dann wird das Sicherheitskonzept für St. Michael realisiert sein. Es ist in Zusammenarbeit mit der Bauhausuniversität Weimar und dem Büro Götz & Ilsemann entwickelt worden.

    Jürgen Götz



    Freiraumplanerischen Wettbewerb „Gestaltung des Umfeldes von St. Michaelis“

    Im Spätsommer 2008 hat die Stadt Hildesheim parallel zur Restaurierung und Sanierung von St. Michael einen Realisierungswettbewerb für die Umgestaltung des Michaelishügels und seines Umfeldes ausgelobt.

    Im Anschluss an die Kirchenbesichtigung stellte Herr Ladwig vom Planungsamt der Stadt Hildesheim, als der den Wettbewerb betreuende Mitarbeiter, den Gewinnerentwurf vor. Dieser ist von den Landschaftsarchitekten Schondorf, Nagel und Partner aus Hannover.

    Der Entwurf sieht eine intensive Verbindung zwischen den Welterbestätten Michaeliskirche und Dom vor. Dieses soll über eine entsprechende Pflasterung dargestellt werden. Die Burgstraße erhält in ihrem nach Osten aufgeweiteten Bereich eine einseitige, schmalkronige Baumreihe. Diese soll ebenfalls als Bindeglied zwischen den Welterbestätten dienen. Der Blick von Süden über die Burgstraße auf die Michaeliskirche wird freigehalten. Der Michaelishügel wird mit einer weitgeschwungenen Treppenanlage, aus der heraus sich Sitzstufen in die seitlichen Rasenflächen hineinziehen, erschlossen. Die südlich, südwestlich, wie auch südöstlich davon liegenden Verkehrsflächen werden als gemischte Flächen, auf denen alle Verkehrsteilnehmer gleichberechtigt sind, angelegt.

    Die Vorstellung des Gewinnerkonzeptes hat zu Anregungen der Anwesenden geführt. Dieses gilt hinsichtlich den ggf. noch im Hügel vorhandenen Umfassungsmauern der historischen Klosteranlage. Daraus wird sich sicherlich in der weiteren Realisierungsphase eine interessante Diskussion ergeben.

    Uwe Michel