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Chronik

 

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    Ernst-Ehrlicher-Institut

    Freitag den 03. März

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    Ernst-Ehrlicher-Institut für experimentelle Parknutzungsforschung (EEI)

    Aus dem künstlerischen Wettbewerb für den einjährigen Kunstprozess im Ernst-Erhlicher-Park (E-E-P) in Hildesheim ging der Hannoveraner Künstler Dr. Frank Schule als Gewinner hervor. Der Wettbewerb wurde bereits im AIV-Jahresheft 2005 näher beschrieben.

    Am 12.10.2005 wurde das Ernst-Ehrlicher-Institut für experimentelle Parknutzungsforschung (EEI) gegründet. Sein Ziel ist, die Nutzungsmöglichkeiten der Ernst-Ehrlicher-Parkanlage in Hildesheim mit Hilfe eines experimentellen Ansatzes zu untersuchen. Dafür sind Experimente konzipiert, die im Park durchgeführt und aufzeichnet werden. Über die Website www.Ernst-Ehrlicher-Institut.de ist für an der experimentellen Parknutzungsforschung interessierte Fachleute und Laien ein Dialog möglich. Auch Dritte können die aus den Experimenten gewonnenen Daten für eigene Auswertungen und Interpretationen zu nutzen.

    Mit der Auftaktveranstaltung "Anstoßen" ging das EEI am 03.03.2006 im Ernst-Ehrlicher-Park an den Start. Bürgerinnen und Bürger, die an diesem Tag den Park genutzt haben wurden über die große Kollage ‚Anstossen' aufmerksam gemacht und vom Künstler Dr. Frank Schule und seiner Pressesprecherin Bianca Richter auf die Gründung, Inhalte und die geplanten Aktionen des E-E-I hingewiesen. Bei Keksen, Sekt und Orangensaft wurde auf die Gründung angestoßen.


    Im weiteren Jahresverlauf folgten sechs Veranstaltungen. Sie dauerten jeweils einen bis sechs Tage und wurden intensiv von der Presse (u. a. HAZ, Kehrwieder, Huckup, Asphalt etc. und div. Fachzeitschriften) und dem Radio (u. a. Radio Tonkuhle) begleitet und veröffentlicht.

    Der Großteil der Experimente wurde vom Künstler spontan als Überraschungsaktionen gestartet, wie z. B. "Spaten", "Mein Bild vom Park" und "Fallobst". Dabei sollte sich herausstellen, wie die den E-E-P häufig Nutzenden (Spaziergänger, Jogger, Ballspieler, Angler an den Teichen etc.) auf die Aktionen in ‚ihrem' Park reagieren. Andere Veranstaltungen wurde angekündigt, wie z. B. "Schatzsuche".

    Vom 28. bis zum 31. März lief das Experiment "Spaten". Dafür wurden auf einer Länge von etwa 50 m 20 Spaten in einer langen Reihe auf der zentralen Grünfläche des Parks aufrecht in den Boden gesteckt. Jedem Spaten wurden vier Primeln zugeordnet. Diese wurden nach anfänglichen Zögern dann kurzfristig von Parkbesucher(innen) gepflanzt. Dieses geschah sowohl direkt neben den Spaten, als auch in, bzw. an den angrenzenden Gehölzflächen. Im Folgenden wurden die Spaten dazu genutzt Collagen zu legen, über die u. a. Botschaften per Web-Kamera in die "Welt" hinausgingen; so u. a. Radiofrequenzen von Lieblingssendern.

    Am 24.04.2006 startete das Experiment "Parkzwerge". Die 50, etwa 60 cm großen Zwerge "wanderten" mit Hilfe der Parknutzer durch den Park. Sie bildeten neue Gruppen, einzelne Zwerge "versteckten" sich und "erklommen" Bäume. Das Experiment wurde in der Hildesheimer Allgemeinen Zeitung u. a. mit dem Titel "Wenn Zwerge mit Zwergen tanzen" gefeiert.

    Das 4. Experiment "Mein Bild vom Park" fand Anfang Juni für 5 Tage statt. 13 Staffeleien, 13 Keilrahmen, 13 Wasserbehälter, 78 Farbbehälter mit Deckel, 45 Pinsel, Acrylfarbe (Weiß, Braun, Gelb, Grün, Rot, Blau) jeweils mit Mischpaletten wurden in einer mehr oder weniger lockeren Ansammlung auf der zentralen Wiese des Ernst-Ehrlicher-Parks aufgebaut. In den Folgetagen entstanden eine Vielzahl von Gemeinschaftskunstwerken, die auf der Website bewundert werden können. Hier nur eine kleine Auswahl.

    Im Juli fand bei heißem Wetter über fünf Tage, die vom Parknutzungsforscher Ulrich Both aus Hannover initiiert "Wasserschlacht" statt. Die 11 mit frischem Leitungswasser gefüllten Planschbecken waren in einer mehr oder weniger lockeren Ansammlung auf der zentralen Wiese des Ernst-Ehrlicher-Parks aufgebaut. Mit den zugeordnet Wasserpistolen konnten sich Jung und Alt bei entsprechend warmen Temperaturen über fünf Tage erfrischen, erfreuen und Kontakte miteinander knüpfen. Die Aktion wurde von der EVI und der Feuerwehr Hildesheim durch Sach- und Dienstleistung unterstützt.

    Die "Schatzsuche" war eine Aktion zu Gunsten der Clinic-Clowns. Sie engagieren sich mit Clown-Aktionen bei Besuchen chronisch und schwer kranker Kinder in Krankenhäusern. Diese Freude verbreiten sie auch in den Hildesheimer Kliniken. Am Sonntag, den 17. September waren im Park 141 von Paten gespendete Zwerge versteckt. Dabei kam eine Spendensumme für diesen karitativen Zweck von 3.000,-- € zusammen. Die Parkzwerge wurden von Interessierten, vornehmlich von Kindern gesucht. Sie konnten sie behalten. Auch der jeweilige Spender hat das dazu gehörende Pendant erhalten. Bei der Suche wurde der E-E-P bis in seine hintersten Winkel erkundet, Baumhöhlungen und auch die Grenzen zur Villa Dyes, wie auch das ehemalige Kutscherhaus und die Teichen noch mehr wahrgenommen. An diesem Tag waren auch die Clinic-Clowns anwesend und trugen zum Vergnügen der Parkbesucher bei.


    Das vorerst letzte Experiment führte zu Verfremdungen im Park. Unter einem Ahorn lag "Fallobst" (Äpfel). Wie kommt so etwas, wem fällt es auf? Das sind nur zwei Fragen, die hier aufgeworfen werden. - Übrigens: Die Äpfel waren sehr schmackhaft.

    Der Prozess der sieben Kunstaktionen hat u. a. Menschen im Ernst-Ehrlicher-Park zusammengeführt, die sonst nicht unbedingt Kontakte miteinander pflegen. Sie haben sich an einer bedeutenden kulturhistorischen Stätte der Stadt Hildesheim getroffen (siehe AIV-Jahresheft 2005). Insgesamt hat die Aktion bisher einen Blick auch für nicht so Ortskundige in diesen baugeschichtlich interessanten Park gelenkt.

    Mit den aus den Experimenten gewonnenen Ergebnissen sollen wertvolle Hinweise für eine zukünftige Nutzungssteuerung oder Umgestaltung der untersuchten Parkanlage gewonnen werden.

    Die Stadt Hildesheim hat sich hinsichtlich der Aktionen immer förderlich gezeigt. Auch bei ihr wird der hohe baukulturelle Wert der Parkanlage entsprechend gewürdigt. Im nächsten Jahr (2007) werden die Teichanlagen entschlammt. Ferner werden die Teichränder z. T. von Wildwuchs frei geschnitten. Dadurch sind sowohl die Wasserflächen als auch Blickachsen wieder erlebbar.

    Weitere Informationen zum E-E-I sind im Internet unter www.ernst-ehrlicher-institut.de zu finden. Dazu gehört auch ein Diskussionsforum. Alle Aktionen wurden über eine Web-Kamera aufgezeichnet. Ein Fotograf hat sich spontan gefunden und erstellt eine Fotodokumentation. Alles zusammen wird zum Schluss voraussichtlich in einer Dokumentation herausgegeben und Ausstellung präsentiert. Sponsoren dafür sind noch willkommen.

    Die Rückblicke auf die einzelnen Aktionen sind sowohl in einer Foto- wie auch Videogalerie auf der Web-Site gespeichert und stehen jedem Internetbesucher zur Verfügung. Die Videos verdeutlichen auch die Tagesabläufe im Park. Ihnen geben speziell die Lichtwechsel über den Tag einen zusätzlichen künstlerischen Aspekt.

    Uwe Michel