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    Exkursion Barcelona

    Mittwoch den 11. Oktober bis Donnerstag den 16.11.2006
    Barcelona

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    Der AIV fährt nicht nach Spanien

    Unser Exkursionsziel Barcelona ist die Hauptstadt von Katalonien
    Tagebuch einer Reise


    Die Hauptstadt der autonomen Provinz Katalonien, zweitgrößte Stadt Spaniens (für die Katalanen die Größte Stadt Spaniens) ist immer eine Reise wert. Das ist dem AIV schon länger bekannt, dennoch hatten wir ins Auge gefasst, es in 2006 mal wieder zu versuchen.

    Zur Vorbereitung der Reise landete Mitte August schon einmal ein Vorauskommando des AIV in Barcelona, um bei der Reise nichts dem Zufall zu überlassen. Neben der Erfahrung, "Wenn einer eine Reise tut, dann kann er was erleben" brachte das Vorauskommando nach 3 bis oben vollgepackten Tagen die Erkenntnis mit, dass 5 Tage für eine Stadt wie Barcelona ein sehr knapp bemessener Zeitrahmen ist. Als weitere Erkenntnis brachten wir mit nach Hause, dass für die Reise gutes Schuhwerk unabdingbar war, denn eine solche Riesenstadt mit unendlich vielen Vorstädten entdeckt man zu Fuß


    Mittwoch, der 11.10.2006

    Wir starten. Aus Gründen der Sparsamkeit auf zwei Flugzeuge verteilt. Die ersten Ankömmlinge hatten schon mal Zeit, das "Barrio Gotico" (gotisches Viertel, die Altstadt von Barcelona) zu erkunden, während sich der Rest der Gruppe noch in der Luft befand. Gegen 22:00 Uhr war es soweit, die Gruppen hatten sich in der Hotelbar gefunden. Nach erstem gemeinsamen Kennenlernen der katalanischen Küche und der Erkenntnis, dass im Hotel hinter einer alten Fassade ein sehr moderner Kern steckt, neigte sich der Tag dem Ende zu.


    Donnerstag, der 12.10.2006

    Mit einem ersten Vorurteil über Barcelona konnten wir bereits nach dem Frühstück aufräumen. Entgegen der landläufigen Meinung regnete es Bindfäden. Dennoch starten wir unter fachkundiger Führung von Valentina von der katalanischen Architektenvereinigung zu einem Rundgang entlang der römischen Stadtmauer von Barcelona.

    Danach ging es durch den Parc Ciutadella zur privaten Pompeu Fabra Universität. Die Bibliothek der Universität befindet sich im Sockel des Wasserbehälters, über den die Brunnen im Park gespeist werden. Neben diesem Wasserbehälter ist auch noch eine Kaserne im Rahmen einer Konversionsmaßnahme in das sehr avantgardistische Universitätsgebäude einbezogen worden.

    Gegen Mittag war die Führung zu Ende, in Gruppen ging es nun in Tapa Bars und Xampanerias, um den katalanischen Mittagstisch kennenzulernen. Danach hatte jeder Zeit, sich sein persönliches Barcelona zu suchen.


    Freitag, der 13.10.2006

    Dem Datum nach ein Unglückstag, doch wir blieben davon verschont, dazu hat sicherlich auch das Tagesprogramm beigetragen. Sogar der Wettergott war uns wieder wohl gesonnen, endlich schien wieder die Sonne. Wir starteten ins Weingebiet von Penedes, um Spaniens größtes Anbaugebiet für Cava (zu Deutsch: Sekt) kennenzulernen, natürlich erst recht das größte Weinbaugebiet von Katalonien. Als erstes besuchten wir die Sektkellerei Raventos i Blanc, den Rolls Royce unter den spanischen Cavas. Neben einem sehr modernen Gebäude, dass 1988 durch Jaume Bach errichtet worden ist, interessierte uns natürlich auch der Sekt. Es bedurfte allerdings erheblicher Überredungskünste, bis man sich bereit erklärte, uns eine Verkostung zu gewähren. Beim Probieren eines Cavas mit der Bezeichnung "Brut Nature" erfuhren wir, dass dieser Sekt ohne irgendwelche Zusatzstoffe hergestellt wird und im Gegensatz zum Sekt nicht vor oder nach dem Essen sondern zur Mahlzeit getrunken wird.

    Anschließend ging es in die gegenüber gelegene Kellerei "Cordoniu", einem auch bei uns bekannten Sekt, nebenbei auch die größte Sektkellerei Spaniens, eher ein Volkswagen unter den Cavas. Die Kellerei wurde im Zuckerbäckerstil um die Jahrhundertwende erbaut, die Eigentümer hatten neben den Fabrikationsgebäuden auch gleich Villa und Park auf dem Gelände erbaut. Am meisten beeindruckte jedoch der zunächst gar nicht sichtbare Teil der Kellerei. Unter dem Gelände befinden sich nämlich über 20 km Gänge in mehreren Etagen, in denen der Sekt heranreift. Einen Teil erwanderten wir, ein Teil wurde uns mit einer Bahn gezeigt. Bei der abschließenden Sektprobe erfuhren wir, dass die Kellerei Cordoniu etwa 20 mal so groß ist wie die von einem Verwandten der Inhaber gegründete Kellerei Raventos.

    Es war noch etwas Zeit, so dass wir den Busfahrer überredeten, mit uns zum Kloster auf dem Montserrat zu fahren, dem katalanischen Heiligtum. Hoch über dem Umland genossen wir dort einen atemberaubenden Blick über das Umland von Barcelona. Die Schlange vor der schwarzen Madonna war so lang, dass wir ihr aus zeitlichen Gründen nicht Auge in Auge gegenüber treten konnten.

    Danach wartete in Barcelona schon Prof. Hubertus Pöppinghaus auf uns, der zunächst einen Bericht über seine Tätigkeit gab. Seine Spezialität sind Zeltbauten, die er in ganz Spanien für die verschiedensten Anlässe errichtet. Wir nahmen die Erfahrung mit, dass Zeltbauten schnell vergänglich sind, denn Wind und Wetter setzen Ihnen hart zu, auch im sonnigen Spanien. Mit der Langlebigkeit des Produktes, unter der wir Bauleute sonst eher leiden, hat er weniger Probleme. Anschließend ging es in ein kleines Restaurant, um die bessere katalanische Küche ausgiebig kennenzulernen. Das Essen startete wie für ein Abendessen in Spanien üblich gegen 21:00 und endete gegen 24:00, dazwischen lagen viele Kalorien, die uns die darauf folgende Nacht schwer machten.


    Samstag, der 14.10.2006

    Morgens trafen wir Matthias Meyer und seine Freundin Marta. Beide hatten an der Uni in Hildesheim studiert und waren im Sommer nach Barcelona gegangen, um dort zwei Auslandsemester zu absolvieren. Sie führten uns zu den Bauten von Antonio Gaudi, dem wohl bedeutendsten Architekten, den Barcelona hervorgebracht hat. Nach einem Spaziergang durch den Parc Güell führten Sie uns über den Passeig de Gracia, an dem sich ein Gebäude von Gaudi ans andere reihte. Den Höhepunkt der Führung bildete eine Besichtigung der Casa Battlo, eines als z. T. als Museum ausgebauten Wohnhauses, dass Gaudi für den Fabrikanten Battlo errichtet hatte und das sich noch komplett im Originalzustand befindet. Bemerkenswert war, dass es im ganzen Haus keine Ecken gab.

    Abends teilte sich die Gruppe nach ihren Interessen. Ein Teil lauschte im Jugendstilambiente des Palau de la Musica Catalana den Klängen von Mozarts Jupiter Sinfonie. Die übrigen genossen Jazz im Jamboree Club in der Altstadt.


    Sonntag, der 15.10.2006

    Es war für diesen Tag Bergsteigen angesagt, wir wollten den Montjuic entdecken, einen der Hügel am Rand des alten Barcelona. Nachdem einige Gruppenteilnehmer beim Überqueren der Straße fast ein gerade stattfindendes Radrennen gestört hatten, besuchten wir zunächst den 1999 durch Carlos Ferrater errichteten Botanischen Garten, in dem die verschiedenen Vegetationen der Kontinente erwandert werden konnten.

    Danach ging es über das olympische Gelände. Das Stadion "Estadio Montjuic" war bereits für die olympischen Spiele 1936 errichtet worden, die dann aber aufgrund des spanischen Bürgerkrieges in Berlin stattfanden. Erst in 1992, also 56 Jahre später, konnte das Stadion seiner ursprünglich vorgesehenen Nutzung zugeführt werden. Neben verschiedenen Sportveranstaltungen ist es heute vor allem die Heimat vom RCD Espanyol Barcelona, dem kleineren und auch weniger erfolgreichen Fußball Erstligaklub in Barcelona.
    Vorbei am Palau Nacional, der für die Weltausstellung 1929 errichtet worden war, ging es zum Pavillion des Deutschen Reiches, ebenfalls für die Weltausstellung 1929 von Mies van der Rohe errichtet. In den 80er Jahren ist dieses Gebäude, dass noch immer durch seine Modernität beeindruckt, originalgetreu rekonstruiert worden.

    Nachmittags wurde das Forum Diagonal Mar besucht. Das Gelände des Forums wurde zwischen 2000 und 2004 erbaut. Es besteht aus einem Yachthafen, einer imposanten Photovoltaikanlage, einem Meerbad, einem Landschaftspark und einem Kongresszentrum. Den Kern der sehr weiträumigen Anlage bildet der Ausstellungspavillion Edificio Forum, in dem sich eine umfassende Dauerausstellung über die städtebauliche Entwicklung von Barcelona befindet. Das Forum bildet den Endpunkt der Strandpromenade. Früher lag zwischen der Stadt Barcelona und dem Meer am Strand ein riesiges Industriegelände. Diese Barriere hat man in den vergangenen 20 Jahren im Rahmen verschiedener städtebaulicher Projekte beseitigt.

    Abends ging es zu einem weiteren und sehr aktuellen katalanischen Nationalheiligtum, dem FC Barcelona, dem eigentlichen Fußballverein von Barcelona. Im "Estadio Camp Nou", einem in den 60er Jahren des vergangenen Jahrhunderts im Stil des Brutalismus aus Betonfertigteilen errichteten Stadion hieß der Gegner FC Sevilla. Obwohl der Gegner diesem Zeitpunkt Dritter der Tabelle war, ließ die Heimmannschaft im ausverkauften Stadion vor 100.000 Zuschauern nichts anbrennen und siegte 3:1.

    Danach hieß es bei einem guten Essen Abschied von der ersten Gruppenhälfte nehmen, denn am nächsten Morgen hieß es für diese Exkursionsteilnehmer in aller Herrgottsfrühe die Heimreise antreten.


    Montag, der 16.10.2006

    Unsere Gruppe war auf 7 Leute geschrumpft. Um zum heutigen Exkursionsziel zu gelangen, mussten wir uns zunächst durch den morgendlichen Berufsverkehr der Metropole ins etwa 35 km entfernte Martorell kämpfen, diesmal erstmalig selbst als Verkehrsteilnehmer.

    In Martorell war bereits ein roter Teppich ausgerollt, leider aber nicht für den AIV sondern für die Präsentation des neuen SEAT Altea, der just an diesem Tage vorgestellt wurde. Von Herrn Verg wurden wir anschließend fachkundig über Entwicklung und Produktion bei SEAT unterrichtet. Danach hatten wir Gelegenheit, Presswerk und Karosserierohbau zu besichtigen. Wir erfuhren, dass hier jeden Tag mehr als 2000 Autos gebaut werden. Nun hieß es auch für uns, den Heimweg anzutreten, gegen 18:00 hatte uns Hannover wieder.

    Dank gebührt allen Mitreisenden, dass sie trotz körperlicher Anstrengung nie die Geduld mit ihren Reiseführern verloren haben. Dank gilt auch unseren vielen Helfern vor Ort, die die Reise zu einem einzigartigen Erlebnis werden ließen. Besonderer Dank gilt dem Mitorganisator der Reise, Wolfram Poppenhäger, der mit seinem umfangreichen Skript über die Reise sicherlich Eingang in die einschlägige Reiseliteratur zum Thema Barcelona gefunden hat. Die Gruppe hätte nicht besser sein können, die Reise mit euch hat Spaß gemacht.

    Matthias Kaufmann