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    Exkursion Braunschweig

    Freitag den 11. November
    Braunschweig

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    Der Treffpunkt war früh gewählt "7.45 Uhr Ratsbauhof". Alle waren da! Außer Frau von Weymarn, die wegen plötzlicher Krankheit ihres Sohnes absagen musste. Um so bedauerlicher, weil sie mit dem AIV Braunschweig das Tagesprogramm zusammengestellt hatte. Ihr gebührt dafür unser aller Dank.
    Aber nachdem der Bus pünktlich um 7.50 erschien, konnten wir ablegen.
    Plötzlich ein Handyanruf. Unser Schatzmeister Herr Behrens hatte sich nachgemeldet und den Abfahrtzeitpunkt verpasst. Mit Zwischenstop in Kemme konnte er zusteigen und es ging weiter.
    In Braunschweig erster Halt vor der ehem. Zuckerraffinerie; heute ein Multizentrum mit Büros und Läden, "ARTmax" benannt, an der Frankfurter Straße, erbaut 1900-1902, Architekten Rasche + Kratzsch, Umbau Architekt Simon u. Partner.
    Wir wurden empfangen und geführt von der Vorsitzenden des Braunschweiger AIV, Frau Maren Käferhaus.

    Der Rundgang durch die Anlage war ernüchternd. Minimalistischer Erhalt von Originalsubstanz mit funktionaler einfacher Neubaugestaltung. Insgesamt aber dann doch eine positive Konversionslösung für eine ehem. Industriebrache.
    Beim Gang durch die von der Oker geprägte Innenstadtrandzone zum nächsten Projekt lief uns der Architekt des R+P Museums, Herr Lindemann, etwas irritiert wegen der geballten Hildesheimer Architektenschar, über den Weg. Kurzer Gruß und weiter gings zur Besichtigung einer Umnutzung einer ehem. historischen Maschinenfabrik durch die Architektengruppe OM Braunschweig zu einer Bürolandschaft. Architekt Möhlendieck zeigte uns, wie hier geschickt durch Erhalt von vorhandenem Potential wie z. B. der Stahlfenster, des Stirnholzfußbodens oder der offenen Stahlkonstruktion eine kreativ inspirierende Arbeitswelt für eine Werbeagentur entstanden ist.

    Dafür erhielten sie zu recht den Peter-Josef Krake Preis 1999,der etwa vergleichbar mit dem Hildesheimer Caspar-Borcholt-Preis ist.
    Ein weiterer Peter-Josef Krake Preisträger von 2004, das VW Bank-, Konferenz und Finanzcenter in der Schmalbachstraße von den Architekten BKSP Bahlo-Köhnke-Stosberg und Partner Hannover, wurde uns von einem leitenden Mitarbeiter des Büros vorgestellt. Die Transparenz und Flexibilität der Architektur beeindruckte genauso wie der Speiseplan der Kantine, die noch geschlossen war. Das Angebot des Bistros reichte unserer Gruppe für eine kleine Snackpause.
    Unsere Neugier auf die Themengärten vom Büro Nagel + Schonhof Landschaftsarchitekten, Hannover, zwischen den Büroblöcken wurde mit einer individuellen Führung gestillt.
    Weiter im Bus ging es zur TU durch das Hauptgebäude in den Architekturpavillon von Prof. von Gerkan, ebenfalls ein Peter-Josef Krake Preis von 2004.
    Die Besichtigung ohne Begleitung und Führung verleitete einige dazu, diesen z. Zt. ausstellungsfreien, nüchternen, in mystischem Licht dämmernden Raum Bezeichnungen wie Aussegnungshalle oder Seziersaal der medizinischen Fakultät zu verleihen. Beeindruckend war die hohe Flexibilität der Stellwand- hier Hängewandkonstruktion. Als die Frage nach den Kosten gestellt wurde, teilte uns Frau Käferhaus mit, dass diese unbekannt sind. Das Gebäude sei eine Ausgleichsspende des Prof. von Gerkan für ansonsten zu leistende Ausgleichszahlungen von freiberuflichen Professoren gewesen. Wir sollten da bei unseren Architekturprofessoren der HAWK mal vorsichtig anfragen.

    Weiter ging es zum Torhaus, das von Peter Josef Krake selbst erbaut wurde. Hier hat die BDA Gruppe Braunschweig eine kleine feine Galerie eingerichtet.
    Wir wurden von Herrn Käferhaus, ehem. Partner im Büro Kramer, Sievert und Partner, und Herrn Bayer, ehem. Stadtplanungsamt, empfangen.
    Der dargebotene Zwiebelkuchen nebst Getränken labte, so dass wir anschließend dem sehr aufschlussreichen und ausführlichen Vortrag über die stadtgeschichtliche Befindlichkeit Braunschweigs bis zum ECE Einkaufszentrum im Schlosspark Braunschweigs aufmerksam lauschten. Vielen Fragen musste ein Ende gesetzt werden, denn wir wurden im kleinen Haus des Stadttheaters von einem Mitarbeiter des ausführenden Büros Lindemann u. Thamm erwartet. Die Beschreibung der intensiven Führung durch den Intendanten, vom Keller bis zur Beleuchtungsbrücke wäre einen eigenen Artikel wert. Insgesamt: faszinierend-beeindruckend.
    Nach dem Kaffee-Kuchen Imbiss im Theatercafé konnten wir uns von dessen Dachterrasse einen Eindruck von der Großbaustelle des direkt davor liegenden Schlosspark - Einkaufszentrums machen. Es hat mich ein wenig an meine Bauleitertätigkeit in den 70er Jahren erinnert, als wir Schulzentren und Unikliniken bauten.

    Das links sichtbare Rizzi-House ließen wir links liegen und durchwandelten die in der Dämmerung versinkende Innenstadt, vorbei an Haus Langenfeldt der Architekten Struhk und Partner, ebenfalls ein Peter-Josef Krake Preisträger von 2004, zum Eiermarkt mit dem Amtsgericht von von Gerkan, Marg und Partner und der Staatsanwaltschaft von Lindemann u. Thamm.
    Auf dem Rückweg zu unserem Bus begegneten uns ein Laternenumzug mit dem heiligen St. Martin auf dem Pferd und ein Bläserchor, so wie Karnevalsgrenadiere, die die fünfte Jahreszeit eröffnen wollten. Kommentar unseres Vorsitzenden Matthias Jung an unsere Tagesbegleiterin Frau Käferhaus: Das hätten Sie nicht auch noch alles für uns organisieren müssen.
    Der gelungene Ausflug in unsere Nachbarstadt Braunschweig endete mit der Besichtigung des Bahnhofsvorplatzes mit seiner riesigen Dachellipse von den Architekten SWW Sawadda, Welp und Welp, natürlich auch ein Peter-Josef Krake Preisträger von 2004.

    Müde und beeindruckt brachte uns der Bus wieder nach Hildesheim.
    Hier wollen uns die Braunschweiger AIV Freunde bald besuchen, und unsere Architektenleistungen besichtigen. Uns wird es nicht schwer fallen, wenn auch im angemessen kleinen Rahmen, gegenzuhalten.

    Walter Nothdurft