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Chronik

 

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    Exkursion Fagus

    Freitag den 25. Juni

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    Exkursion Fagus 04
    Exkursion Fagus 05
    Fagus - Werk Alfeld / Leine
    Besichtigung durch den AIV Hildesheim am 25. Juni 2004

    Bereits vor Jahren besuchte der AIV Hildesheim das nunmehr 93 Jahre alte Fagus - Werk in Alfeld.
    Die Architektur Neues Bauen fasziniert immer wieder. So waren 25 Damen und Herren nebst Begleitung bei einem neuerlichen Besuch aufs Neue angetan von den 3 Grundsätzen des Fagus- entwurfs: Licht, Luft und Reinlichkeit und deren bautechnischer Realisierung.

    Ein ideales Gespann von Bauherr und Baumeister fand sich 1910. 27 Jahre war Gropius und 54 Jahre sein Bauherr Carl Benscheidt.
    1911 und 1914 schufen beide das Faguswerk aus lederfarbenen Klinkern IV. Wahl, (Benscheidt´s preußischer Sparsamkeit haben wir heute diese dadurch bedingte Farbigkeit des Klinkermauerwerkes zu verdanken) sowie Eisen und Glas mit geschoßhohen und über 3 Geschosse reichenden Fassadenelementen.
    Das Neue humane Bauen hob dieses Werk schon 1919 als beispielgebendes Ensemble der Architekturgeschichte ins Lexikon als bedeutendes Bauen einer neuen Generation.
    Das Geld war schon damals sehr knapp und Gropius bekam vom Bauherrn exakte Vorgaben zum Etat. So durfte Gropius Fassade nur 20.000,- RM kosten, sonst käme Eisen-Glas nicht zur Ausführung, legte der Bauherr 1911 fest.
    Walter Gropius schuf ein Bauwerk, daß schon 1947 als Denkmal unter Schutz gestellt wurde.
    Gropius löste sich vollständig von den damals gängigen zyklop´schen Industriefassaden, der Trennung von innen und außen. Er integrierte erstmals das Office in das Werk, schuf auf Eduard Werners Vorentwürfen aufbauend, die Fabrikationslinie von der Sägerei über das Lager- und Trockenhaus, dem Produktionssaal bis zum Versand. Das bemerkenswerte am Denkmal Fagus, noch heute, nach 93 Jahren findet hier die Fabrikation von Schuhleisten für alle bemerkenswerte Schuhhäuser Europas statt. Neue Technologien in einem historischen Gebäude bestimmen heute das Geschehen.
    Von 1985 an vom Unterzeicher gründlich restauriert, erstrahlt es seit der Expo 2000 für alle Besucher in einem denkmalpflegerisch bemerkenswerten Bild. Die Bewunderung bei jedem Besucher war gegeben.

    Der Nachmittag konnte nur auf wesentliche Akzente eingehen und viel Appetit für eigene Erkundungen schaffen.
    Der Abend klang bei reger Diskussion im Restaurant Grüner Wald in Warzen aus.

    Jürgen Götz