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Chronik

 

  • Exkursion

    Exkursion Hamburg

    Freitag den 24. Juni bis zum Sonntag den 26.
    Hamburg

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    Hamburg ist immer eine Reise wert….
    Die Lage der Stadt an der Elbe, mit dem Hafen als Tor zur Welt, die Ansiedlungen von Industrie und Gewerbe und die damit verbundenen Strukturveränderungen der letzten Jahre, weiterentwickelt als Wachstumsstandort für Dienstleistungen; dies alles hat Auswirkungen auf die Stadtentwicklung. Die Veränderungsprozesse führen zu neuen Betrachtungen von alter Bausubstanz, als Potenzial für ein Weiterbauen hin zu zeitgemäßem Wohnen und Arbeiten.
    In der Hafen-City, wo vor kurzem noch Schiffe entladen wurden, sitzt man heute auf der Sonnenterrasse eines Appartements oder Büroetage. In Falkenried werden ehemalige Industriehallen zu Reihenhäusern umgebaut. Mit der Wiederbelebung des nördlichen Elbufers mit Neubauten der so genannten „Perlenkette“ entsteht ein Architektur-Highlight.
    Zwei Tage Stadterkundungen, begleitet von einem Mitarbeiter der Behörde Stadtentwicklung und Umwelt, Herrn Kühl, gewährten uns viele Einblicke in die hamburgische Stadtgeschichte und Stadtentwicklung. Von der optimistischen Beurteilung unserer Gesprächspartner für die Entwicklung Hamburgs sind wir beeindruckt.


    Speicherstadt
    > Das Alte stürzt, es ändert sich die Zeit, und neues Leben blüht aus den Ruinen > Inschrift an der Speicherstadt (Vers aus Schillers Wilhelm Tell)

    Im Jahre 1881 beschloss die Hamburger Bürgerschaft, die Hansestadt an das Zollgebiet des Deutschen Kaiserreiches anzuschließen. Für den Hafen sollten die Zollprivilegien erhalten bleiben und Hamburg sollte ein entsprechendes Freihafenprivileg garantiert werden. In einem vom übrigen Stadtgebiet abgetrennten und durch einen Zollkanal gesicherten Freihafenbezirk sollten sich Schifffahrt, Warenhandel und Exportindustrie weiterhin ohne Zolleinschränkungen entfalten können. Dazu waren umfangreiche Baumaßnahmen erforderlich. Der Standort fiel auf das Kehrwieder-Wandrahm-Viertel. Ein intakter Stadtteil wurde trotz heftiger Proteste abgerissen. Neue Hafen- und Kaianlagen, Speicher, Brücken, Zollgebäude und Zollkanal wurden gebaut. So entstand die Speicherstadt.

    Aus heutiger Sicht kann kein Zweifel daran bestehen, dass die Speicherstadt ein einmaliges architektonisches und städtebauliches Kleinod darstellt.

    Hinter Backsteinfassaden ist noch heute der Sitz des hamburgischen Kaffeehandels und der weltweit bedeutendste Handelsplatz für Orientteppiche. Viele Museen und Dauerausstellungen sind in den letzten Jahren entstanden. Im Kesselhaus - früher Energiezentrale für die Speicherstadt von Gerkan Marg und Partner zum Informationszentrum für das Stadtentwicklungsprojekt Hafen-City umgebaut - beginnt am städtebaulichen Model unsere Einführung in die geplanten Projekte der Stadt Hamburg bis hin zum „Sprung über die Elbe“.


    [h2]Die Hafen-City-
    oder auch die größte Baustelle Europas - südlich der Speicherstadt, entlang der alten Kaianlagen.

    Auf einer Fläche von 155 Hektar entsteht ein neues städtisches Quartier mit einer gemischten Nutzung aus Wohnen, Gewerbe, Freizeit, Einzelhandel und Kultur. Nach dem im Februar 2000 vom Senat beschlossenen Masterplan werden hier insgesamt 1,8 Millionen m² BGF gebaut. Damit sollen 5.500 Wohnungen für 12.000 Einwohner, Dienstleistungsflächen für mehr als 40.000 Arbeitsplätze sowie Gastronomie, Einzelhandel, Freizeiteinrichtungen, Parks und Freiflächen entstehen.
    Was dieses Vorhaben weltweit von ähnlichen Städtebauprojekten unterscheidet, ist vor allem die Lage: Die Hafen-City ist zu Fuß in wenigen Minuten vom Hamburger Rathaus und vom Hauptbahnhof aus zu erreichen. Sie schließt sich unmittelbar an die heutige Innenstadt an und wird diese um rund 40 Prozent erweitern. Gemanagt wird das Projekt von der städtischen Entwicklungsgesellschaft Hafen-City Hamburg GmbH.

    Die Bauten bekannter Architekturbüros wie Sprengler Wiescholek oder Hadi Teherani stehen am Sandtorkai kurz vor der Fertigstellung. Die unbebauten Stadträume wie Hafenbecken, Parks und Promenaden werden gestaltet nach den Entwürfen des Wettbewerbssiegers EMBT Arquitectes Associats aus Barcelona.
    Zweifelsfrei liegt hier in der Nähe von Kaianlagen und Wasserflächen zu Wohn- und Arbeitsstätten der besondere Reiz des Quartiers Hafen-City.


    Symbiose aus Industriehallen und Wohnungen
    Ehemalige Fahrzeugwerkstätten – Hoheluft – Falkenried.
    Die Straßen-Eisenbahn-Gesellschaft (SEG) gründete ihren Betriebshof 1889 hier in Falkenried vor den Toren der Stadt Hamburg. Der Betrieb expandierte, überstand Krisen und fertigte bis 1999 alles was weltweit für den Personalnahverkehr benötigt wurde – dann zog der Betrieb nach Hummelsbüttel um.
    Das frei gezogene Gelände sollte für den Wohnungsbau verwertet werden. Der städtebauliche Entwurf von Bolles-Wilsen aus Münster setzte sich durch. Er sah eine Mischung von Wohnungsneubau und einem gewerblichen Anteil sowie eine Umnutzung der zu erhaltenden historischen Gebäude vor.
    Dort wo früher Straßenbahnen und Omnibusse gebaut und repariert wurden, entstand ein repräsentatives Wohn- und Büroquartier.


    Sprung über die Elbe
    Südliche Stadtteile, Wihlelmsburg, Heimfeld, Harburger Binnenhafen, Elbinseln

    Unter dem Motto < Metropole Hamburg – wachsende Stadt> wird eine weitere Herausforderung in der Hamburger Stadtentwicklung verfolgt. Eine internationale Bauausstellung wird für 2013 geplant, die Ausrichtung der Bundesgartenschau für das gleiche Jahr ist beschlossene Sache. Im Mai 2005 wurde die Solar-Bauausstellung eröffnet. Ein EU-Projekt, organisiert und begleitet durch die ZEBAU, Zentrum für Energie, Bauen, Architektur und Umwelt.
    Unser Ziel am Sonntagmorgen war das Baugebiet „An der Rennkoppel“ in Hamburg Heimfeld – Bestandteil der Solar Bauausstellung. Hier sind 87 WE als Passiv- oder KfW-40-Häuser entstanden, durchgeführt von örtlichen Bauträgern. Bei der Energieversorgung ist konsequent auf fossile Brennstoffe wie Erdgas und Heizöl verzichtet worden.
    Eine gute Vermarktung zeichnet sich ab, die Vorteile der Solar-Architektur durch Einsparungen der Nebenkosten bis zu 80% für Heizung und Warmwasser ist eine starkes Kaufargument. Es ist gelungen eine individuelle und abwechslungsreiche Architektur zu marktgerechten Preisen unter Verwendung von ökologischen Baustoffen umzusetzen.
    Die Ergebnisse dieses EU-Projektes werden in vergleichbaren Stadtsanierungs- und Bauprojekten genutzt. Partnerstädte sind u.a. Shanghai und St. Petersburg.

    Dagmar Schierholz-Heilmann



    PERLENKETTE

    Im Jahre 1985; auf dem zweiten Hamburger Bauforum entstanden erste Utopien für die Neugestaltung des nördlichen Elbufers. Das war die Geburtsstunde der Perlenkette. Seitdem wendet sich Hamburg in großen Schritten der Elbe zu. Immer neue Perlen entstehen zwischen Museumsbauten und Deichtorhallen. Der Hamburger Binnenhafen entwickelt sich seit Jahren zu einem neuen Standort und nur 800 m vom Rathaus entfernt wächst mit der Hafen-City ein neuer Stadtteil mit „maritimen Flair“ für etwa 20.000 Menschen Neumühlen am Hafenrand. In dem bis 1898 selbstständigen Dorf Neumühlen hatten sich Gewerbetreibende am Fuße des Elbgangs angesiedelt, den Abschluss dieser Gewerbeflächen bildete ein monumentales Kühlhaus: 1993 zum Wohnstift wieder aufgebaut, davor lagern in Richtung Fischmarkt die Perlen am Hafenrand. Leitlinien wurden durch Wettbewerbe und Gutachten erstellt. Das Ergebnis des städtebaulichen Wettbewerbs von 1986/87 zeigt ein Ensemble von vier U-förmigen Gebäuden, die sich an dem historischen Schuppen D orientieren und mit ihren Abständen Sichtschneisen zur Elbe öffnen. Alle Gebäude folgen dem städtebaulichen Rahmenplan in Bezug auf Lage, Dimensionierung und Grundbaukörper. Sie stehen auf einem Polder, der Schutz vor Hochwasser bietet. Die zurückgesetzten Sockelgeschosse bilden eine Schwelle zum öffentlichen Bereich und vermitteln die Leichtigkeit eines schwebenden Baukörpers, gesteigert wird diese Wirkung noch durch eine weitreichende Auskragung der Obergeschosse über die Uferpromenade zur Süd- und Wasserseite gelegen. Die Nutzung der einzelnen „Perlen“ dient in erster Linie Bürozwecken, wobei die Sockelgeschosse in Teilbereichen durch Kommunikationszonen aufgewertet wird, und Besucher und Nutzer in Cafes, Restaurants und Showrooms einlädt.