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Chronik

 

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    Exkursion Wolfsburg

    Freitag den 11. Juni
    Wolfsburg

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    Exkursion Wolfsburg 10
    Programmablauf

    - Führung Forum Autovision, Planung: Architekturbüro O.M. Braunschweig; Umsetzung: Architekturbüro Koller + Heitmann, Wolfsburg
    - Führung Phaeno, Planung Architektin Zaha Hadid, London
    - Mittagspause
    - Vortrag Stadtbaurätin Monika Thomas, Wolfsburg
    - Führung Landesgartenschau Wolfsburg 2004, Planung: Landschaftsarchitekten Kiefer (Allerpark), Berlin; Landschaftsarchitekten Topotek 1 (Schlosspark), Berlin


    Führung Forum AutoVision

    Unsere Wolfsburg-Exkursion begann mit der Besichtigung der „AutoVision Wolfsburg“. Im Zentralgebäude, dem Atrium, wurden wir von unseren Begleitern empfangen.

    Schnell lernten wir, dass sich die bauliche Anlage in 3 Teile gliedert. Das Atrium und das SE-Zentrum, geplant und umgesetzt durch das Architekturbüro Koller und Heitmann aus Wolfsburg und der Innovations Campus, geplant von dem Architekturbüro O.M. aus Braunschweig.

    Sinn und Nutzeffekt der Anlage ist ein Konzept der Wolfsburg AG zur Überwindung der wirtschaftlichen Monostruktur durch das Volkswagenwerk, die bei Strukturkrisen immer zu hoher Arbeitslosigkeit führt (Unternehmen der Stadt Wolfsburg und der Volkswagen AG). Stärken der vorhandenen Automobilkompetenz sollen genutzt werden und die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit neuer Innovationsbereiche nachhaltig stärken. Auf 13000 qm vermietbarer Fläche sollen hier langfristig 1000 Menschen Arbeit finden.

    Durch Ansiedlung von weltweiten Konzernvertretungen wie z.B. Microsoft Deutschland auf der einen, und der Förderung für neue Existenzgründungen auf der anderen Seite soll ein vorbildliches Netzwerk entstehen für eine kontinuierliche, langfristige Entwicklung des gesamten Wirtschaftsraumes. Die Visionen gehen weiter in die Zukunft mit der angestrebten Verknüpfung zu touristischen Attraktionen, Sport und Erholung, Kunst und Kultur. Wolfsburg soll sich zu einer lebenswerten Stadt mit hohem Angebot an Dienstleistungen entwickeln – auch zu einem touristischen Highlight.

    Auf dem Dach des Innovationscampus besichtigten wir die verschiedenen Fassadenbekleidungen. Farbbehandelte Faserzementplatten, Holzschindeln, Naturstein, Ziegel- und Aluminiumplatten bis hin zu Weidengeflecht bekleiden und gestalten die Außenflächen. Wird hier im Rahmen von „Innovation im Baubereich“ eine Studie über energetisches Verhalten und Nachhaltigkeit von Fassadenbekleidungen betrieben? Diese Frage konnte unsere Gebäudeführung nicht beantworten.

    Quellen: Informationsbroschüre Wolfsburg AG
    www.architektur-und-Umwelt.de/Projekte/forum_autovision

    Dagmar Schierholz-Heilmann



    Führung „Phaeno" - Das Science Center Wolfsburg

    Zaha Hadid, Architektin in London, baut zwischen Autostadt und Bahnhof ein Wissenschaftszentrum, das Wolfsburg ein neues Gesicht geben soll: Fließende Linien, kaum rechte Winkel, Architektur des Gefühls in einer Stadt vom Reißbrett.

    Das Wolfsburger Wissenschaftszentrum will ein „Bildungsmedium sein, eine dynamische Raumskulptur" so die Eigenwerbung. Im „Phaeno" sollen Besucher, unabhängig von Alter und Vorbildung, individuell und gemeinsam faszinierende naturwissenschaftliche Phänomene durch spielerisch-lehrreiches Experimentieren erkunden und unmittelbar erfahren. Sie werden durch spektakuläre Architektur in exponierter Lage zur Lust am Entdecken provoziert. Das Science-Center schafft einen anregenden Rahmen für die Kommunikation zwischen Wissenschaft, Wirtschaft und Bevölkerung und ist ein Bindeglied zwischen Stadt und dem Volkswagenwerk, städtebaulich in einer Schlüsselposition gelegen und Bindeglied einer architekturgeschichtlich bedeutenden Kette, vom Stadttheater (Scharoun) über Kunstmuseum (Schweger) und Kulturzentrum (Aalto) bis zur Autostadt.

    Zaha Hadid hat eine Raumskulptur entworfen, die erforscht werden will. Unterhalb der in einer Art „schwebenden" Scheibe hochgehobenen Ausstellungsebene liegt ein landschaftsartig geformter, vielgestalteter Raum, der durch seine lichte Höhe von 6,0 - 7,0 m wie ein freier Raum wirkt. Die offene Struktur ermöglicht unterschiedliche Durchblicke und stellt eine Inszenierung von Sichtbeziehungen dar. An neun Stellen wirkt die schwebende Ausstellungsfläche wie herabgezogen in kegelartigen Formen, die als Tragwerk dienen und zugleich Funktionen des Raumprogramms sind. Durch einen „Lichtteppich“ auf der Platzebene unterhalb des Gebäudes soll die hochgehobene Ausstellungshalle einen schwebenden, entrückten Charakter bekommen.

    Um das scheinbar schwebende Bauwerk errichten zu können, reichten herkömmliche Bautechniken nicht aus. Zaha Hadid verwendet „selbstverdichtenden" Beton, der erstmals in Deutschland zum Einsatz kommt.

    Manfred Marquard



    Vortrag Stadtbaurätin Monika Thomas

    Nach einem kurzen aber guten Essen im Kunstmuseum erwartete uns im Rathaus die Stadtbaurätin von Wolfsburg, Frau Monika Thomas. Sie entführte uns in einem 1 ½ Std.-Vortrag in die bauliche Gegenwart und Zukunftsentwicklung von Wolfsburg.

    Nicht nur Projekte, die derzeit im Bau sind wie beispielsweise das Phaeno oder gerade realisierte Bauvorhaben in der Stadt, stellte Frau Thomas vor. Sie berichtete uns auch von geplanten Projekten. Planungen wie der neue Freizeitpark mit Seenlandschaft oder der Innovationscampus faszinierten uns Zuhörer und man entwickelte ein wenig Neid über eine derartige innovative bauliche Entwicklung.

    Natürlich war auch die städtebauliche Entwicklung mit der Abhängigkeit von Wolfsburg zum VW-Konzern ein Thema. Gerade spürbar in der jüngsten Zeit sind für die Stadt die Umsatzrückgänge des Automobilkonzerns. Als künstlich entstandene Stadt hat Wolfsburg mit diversen städtebaulichen Entwicklungen zu kämpfen. So ist die Fußgängerzone durch ihre Breite und Länge der Stadt überhaupt nicht angemessen. Auch die Entstehung einer Shopping Mall in der Innenstadt hat die geschäftliche Entwicklung nicht belebt.

    Den Vortrag im Ratssaal erlebten wir auf den gemütlichen Sesseln der Ratsfrauen und Ratsherren in angenehmer Atmosphäre.

    Matthias Jung



    Führung Landesgartenschau Wolfsburg 2004

    Den Abschluss der Wolfsburg-Exkursion bildete der Besuch der 2. Niedersächsischen Landesgartenschau, die unter dem Motto "Entdecke Deine Natur" vom 23.04. bis 10.10.04 stattfand. Unsere Delegation wurde von dem für das Planen und Bauen verantwortlichen Geschäftsführer der Landesgartenschau und Leiter des Geschäftsbereiches Grün der Stadt Wolfsburg Herrn Götz Stehr geführt.

    Die Landesgartenschau stellt einen Baustein im Strukturwandelprozess der Stadt Wolfsburg von der monostrukturierten VW-/Industriestadt zur innovativen Erlebnisstadt dar. Sie setzt Teile des neuen Stadtleitbildes für die künftige "Erlebniswelt Allerpark – Sport und Erholung" bzw. "Erlebniswelt – Tradition und Moderne" um.

    Der Tradition verpflichtet ist der Schlosspark. Dieser Teil der Landesgartenschau wurde von den Landschaftsarchitekten Topotek 1 (3. Preisträger landschaftsarchitektonischer Wettbewerb) federführend gestaltet. Dem Slogan "Tradition und Moderne" folgend legten die Architekten einen Rundweg durch das nördliche Schaugelände (ca. 26 ha) mit dem Schlosspark an. Drei Kreisgärten mit den Themen Wüsten-, Rosen- und Waldgarten setzen zeitgenössische Akzente im historischem Ambiente.

    Dem Motto "Bewegte und Bewegende Landschaften" folgend formte das Büro Landschaftsarchitekten Kiefer (1. Preisträger landschaftsarchitektonischer Wettbewerb) eine dynamische Landschaftsskulptur im neuen Allerpark (11 ha). Erdwälle schirmen das Gelände von der Umgebung ab, gleichzeitig dienen die Hügel als Aussichtspunkte. In alle Richtungen kippende Corteenstahlwände fangen die Höhensprünge ab und stellen mit dem Material Stahl den Bezug zum omnipräsenten VW-Konzern her. Eingebettet in die Landschaftsskulptur liegt ein neu geschaffener See, der ab 2005 für den Wasserskisport genutzt werden soll. Die Parkteile der Landesgartenschau bleiben nach Rückbau der temporären Einrichtungen der Veranstaltung dauerhaft erhalten.

    Nachbetrachtung:
    Über 650.000 Besucher haben die Landesgartenschau in Wolfsburg besucht. Stadt Wolfsburg und Durchführungsgesellschaft ziehen ein zufriedenstellendes Resümee und bestätigen den Imagegewinn für die Stadt Wolfsburg.

    Wolfgang Neumann