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Chronik

 

  • Veranstaltung

    Weltkulturerbe St. Michael

    Freitag den 26. Oktober ab 16 Uhr

    Weltkulturerbe St. Michael 01
    Weltkulturerbe St. Michael 02
    Am 26. Oktober 2007 führte Herr Götz, dessen Büro die Bauleitung seit 15. Mai 2007 für das Weltkulturerbe übertragen bekommen hat, AIV-Mitglieder nebst Freunde und Bekannte durch die Michaeliskirche.
    Nach Wiederherstellung der Kirche aus den Trümmern des 2. Weltkrieges ist die derzeit laufende Sanierung von 2005 an eine umfassende Instandsetzung.
    Außer dem neuen bruchrauen Wesersandstein-Fußboden und der neuen Mahrheizung sind viele innovative Dinge in St. Michael in den letzten zwei Jahren ausgeführt worden.

    Die archäologischen Grabungen von Februar 2006 bis Mai/Juni 2006 legten den Beweis offen, dass die Michaeliskirche einschließlich der Krypta nach einem Konzept errichtet wurde. Alle Fundamente sind von 1007 bis 1010 in den Baugrund gebracht worden. Man hub damals Gräben ca. 1,40 m bis 1,45 m in dem anstehenden schluffigen Mergel aus und setzte mehr oder weniger behauene Steine aus der Hildesheimer Umgebung vorrangig vom Moritzberg in Teiglehmmörtel vermauert in diese Gräben ein. Sehr bedeutsam ist dieses Ergebnis der zusammenhängenden Architektur, da in der Literatur teilweise immer noch die Legende gewoben wird, dass die Krypta als separates Bauteil als erstes errichtet wurde.

    St. Michael wurde aus drei Gründen Weltkulturerbe in der UNESCO Liste.

    1. Die bernwardinische Architektur in ihrer Symmetrie und zurückhaltender Schönheit.

    2. Die bemalte Decke, der Jessebaum, aus dem 13. Jhd. Diese Decke ist einmalig in Europa und der Welt. Von dieser Größe und Aussagekraft gibt es nichts Vergleichbares.

    3. Die Wiederaufbauleistung nach 1945.

    Im Rahmen der Sanierung sind folgende wesentliche Dinge ausgeführt worden:

    1. Der Fußboden ist 15 cm ist tiefer gesetzt worden, um das alte bernwardinische Maß wieder zu erlangen. Damit ist Krypta und Kirche auf einer Ebene. Der Durchbruch nach 464 Jahren der Vermauerung auf der Nordwestseite zwischen Krypta und Kirchenschiff wurde wieder hergestellt. Türen und Gitter zwischen der katholischen Krypta und der evangelischen Kirche sind beseitigt, so dass die Kirche in romanischer Zeit als Wandelkirche genutzt werden kann.

    2. Im Büro Götz & Ilsemann wurde ein Fußbodenaufbau aus Liapor mit einem besonderen hydraulischen Bindemittelverhältnis entwickelt, der die kapillare aktive Steighöhe des Wassers im Fußboden auf 1,8 cm begrenzt. Dies und der diffusionsoffene Mörtel für die Wesersandsteinplatten schafft eine Dampfdurchlässigkeit, dass sich in der Kirche eine gleichmäßige Luftfeuchte von 60% einstellt. Dieses ist für Orgel und das Deckengemälde besonders von Vorteil.

    3. Durch die Diffusionsoffenheit des Fußbodens werden Säulen, Pfeiler und Wände nicht mehr diesem kapillaren Wasserdruck ausgesetzt und es wird nicht zu Versalzungen und Vernässungen der Baukonstruktion kommen.

    4. Ein neues Beleuchtungskonzept vom Büro Kress & Adams aus Köln hebt die majestätische Architektur besonders im östlichen Querhaus mit ihren Emporen und den Apsiden besonders hervor.

    5. Durch die Erweiterung des Kellers unter der Westvierung ist es möglich die lose Bestuhlung des Mittelschiffes 264 Stühle gestapelt in den Keller zu bringen. Ein Fußbodenreicher Aufzug ermöglich dadurch, dass das Mittelschiff stuhlfrei wie zu Bernwards Zeiten genutzt werden kann.

    6. Erstmals ist für Katholiken und Protestanten eine ökumenische Sakristei hergerichtet mit Heizung, Wasser und entsprechend Schrankstauraum.

    Derzeit läuft ein Künstlerwettbewerb für die Gestaltung des Ostens mit Altar, Kanzel und Lesepult. Die Auswertungen des Wettbewerbs wird mit großer Wahrscheinlichkeit Anfang des Jahres 2008 vorliegen.
    Am Ende der Führung kam als Spende für den Verein zum Erhalt des Weltkulturerbes St. Michael 140,00 Euro zusammen, wofür sich Herr Götz im Namen des Freundeskreises bedankte.
    Ein inhaltreiche Stunde im Weltkulturerbe fand bei ca. 40 Teilnehmern großen Anklang.

    Jürgen Götz